Hier kommen die Pressemitteilungen rein

Eziden gründen neue Dachorganisation: Zentralrat der Êzîden in Deutschland

Am Sonntag, den 29. Januar 2017 war es soweit: Nach mehrfach gescheiterten Anläufen konnte  der Zentralrat der Êzîden in Deutschland in Bielefeld gegründet werden. Im Vorfeld waren viele Gespräche mit dem (nunmehr ehemaligen) Zentralrat der Yeziden und der Gesellschaft ezidischer Akademiker (GEA) geführt worden. Im Ergebnis dieser Gespräche wurde die Initiative zur Gründung des nunmehrigen Zentralrats der Êzîden in Deutschland ins Leben gerufen. Der Vorstand unseres Vereins hat den gesamten Prozess begleitet und ihn aktiv mitgestaltet.

Die Eziden in Deutschland haben jetzt eine Dachorganisation, die ihre Interessen gegenüber der Politik mit dem nötigen Gewicht vertreten kann. Unser aller Einsatz hat sich gelohnt.

Wir danken allen, die unsere Mitglieder bei diesem Vorhaben unterstützt haben. Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen und alles uns Mögliche dafür zu tun, unserer ethno-religiösen Minderheit eine sichere Heimat und ein Leben in Freiheit und Würde zu ermöglichen.

Die Mittel dafür haben wir jetzt, es liegt also an uns, unseren Traum zu verwirklichen.

Unser Dank gilt allen ezidischen Vereinen und insbesondere denen, die uns unterstützt haben :

Deutsch-Yezidischer Kulturverein, Hannover

Deutsch-Ezidische Freundschaft, Bielefeld

Ezidischer Kulturverein, Augsburg

Ezidischer Kulturverein, Nürnberg

Ezidisches Zentrum in Freiburg, Freiburg i. Br.

Ezidxan International Aid, Bielefeld

Yezidische Gemeinde in Gütersloh, Gütersloh

Kultur-und Sozialverein Ezdahi e.V/Lahr

Ezidischer Kulturverein in Hamm und Umgebung e.V

Ezidixan international Aid e. V.

Dem gewählten Vorstand des Zentralrats gehören unsere Mitglieder Dr. Said Saydo als stellvertretender Vorsitzender und Gian Aldonani als Vorstandsmitglied an.

Wir wünschen ihnen und allen anderen Vorstandsmitgliedern viel Glück und Erfolg bei ihrem Wirken für unser Volk.

Presseerklärung des Vereins Eziden Weltweit e. V. zum Betätigungsverbot YAZDAs

Mit Bestürzung haben wir vom Verbot der Tätigkeit der ezidischen Hilfsorganisation YAZDA aus den USA durch die kurdische Regionalregierung (KRG) im Irak erfahren. Damit einher ging die Einstellung jeglicher humanitärer Hilfsprojekte von YAZDA zugunsten der ethno-religiösen Minderheit der Eziden im Irak. Die KRG wirft Yazda vor, sich nicht an die auf ihrem Territorium geltenden Regeln für Hilfsorganisationen zu halten. Worauf sich diese Vorwürfe gründen, ist uns nicht bekannt.

 
YAZDA selbst weist diese Vorwürfe auf das energischste zurück, sondern betont, sich akribisch genau an die geltenden Gesetze gehalten zu haben.


Durch den Ausfall von YAZDA sind die Eziden noch mehr als bisher dem autokratischen Verhalten der KRG ausgesetzt, werden nach Belieben drangsaliert, schikaniert oder unter fadenscheinigen Gründen inhaftiert. 
Es waren die Streitkräfte der Peshmerga, die in der Nacht vom 2. auf den 3. August 2014 das Hauptsiedlungsgebiet der Eziden im Shingal-Gebirge kampflos der Terrormiliz Islamischer Staat überließen und ihr damit den Genozid an unserem Volk ermöglichten. 


Es sind die gleichen Peshmerga, die im Auftrag der KRG heute verhindern, dass die verbliebenen Eziden im Shingal-Gebirge und ihren sonstigen Wohnorten mit Medikamenten, medizinischen Hilfsgütern, ärztlicher Fürsorge und Nahrungsmitteln versorgt werden.


Als Angehörige der ezidischen Community betrachten wir es als unsere Pflicht, Sie darauf aufmerksam zu machen und Sie darum zu bitten, auf die Abgeordneten des Deutschen Bundestages mit Ihren Mitteln aufmerksam zu machen, um zu erreichen, dass die Bundesregierung die Bundesministerin der Verteidigung anweist, ihre weitere Unterstützung für die KRG in Form von Waffenlieferungen davon abhängig zu machen, dass diese ihre die Eziden diskriminierenden Maßnahmen mit sofortiger Wirkung aussetzt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Eziden Weltweit e.V.

 

Benefizkonzert: Hilfe für entführte Frauen und Kinder

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Verein Eziden Weltweit e. V. veranstaltet am 14.01.2017 in 31275 Lehrte ein Benefizkonzert zur Unterstützung der von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach dem 03.08.2014 entführten ezidischen Frauen und Mädchen. Bisher haben sieben namhafte ezidische Musiker oder –gruppen ihren Auftritt zugesagt.

Außerdem steht ein Theaterstück über die Situation der Frauen und Mädchen auf dem Programm. Aufgeführt wird es von ezidischen Laienschauspielern, von denen einige sich früher selbst in der Gewalt des IS befanden.

Für Ihre Rückfragen steht Ihnen unsere 3. Vorstandsvorsitzende, Frau Mizgin Saka unter +49 1749618468 oder mizginsa@outlook.de zur Verfügung.

Ort: Ersu Event Center in 31725 Lehrte,
Burchard-Retschy-Ring 7b
Zeit: 14.01.2017, ab 16:00

 

Pressegespräch „Keine Zukunft für Christen und Eziden? – Europa in der Verantwortung“

Am 13.12.2016 fand in den Räumen der Hanns-Seidel-Stiftung ein Pressegespräch zum Thema „Keine Zukunft für Christen und Jesiden? – Europa in der Verantwortung“ statt. Eingeladen hatte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM).

Der Einladung gefolgt waren neben Vertretern von Internet-, Print- und Hörfunkmedien unter anderem Prof. Dr. Heribert Hirte, Vorsitzender des Stephanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Alkan Sabri, Vorsitzender der Assyrischen Demokratischen Organisation aus Wiesbaden, Mehdat Klada, Vorsitzender der Union koptischer Menschenrechtsorganisationen aus Zürich, Frau Marwa Al-Aliko, Ehrenmitglied des Vereins Eziden Weltweit (EWW) und IS-Überlebende sowie die EWW-Vorstandsmitglieder Cengiz Sevim und Jürgen Tetzel.

Aus allen Beiträgen sprach die große Sorge über den Zerfall der staatlichen Strukturen im Nahen Osten und die damit einhergehenden Gefahren für ein Leben in Frieden und unter rechtsstaatlichen bedingungen der religiösen Minderheiten in ihren Siedlungsgebieten.

Fragen der Rückkehr in die angestammte Heimat und die dafür zu schaffenden Voraussetzungen wie die Errichtung einer internationalen Schutzzone als Mindestvoraussetzung dafür spielten ebenso eine Rolle wie die Schilderung der Aktivitäten der IGfM zur Linderung der größten Not in den Flüchtlingslagern des Irak.

Angesprochen wurden die Abhaltung von Weihnachtsfeiern als Zeichen der Hoffnung für die christliche Minderheit in den Flüchtlingscamps rund um Dohuk, der Kampf um die völkerrechtliche Anerkennung des Genozids an den Eziden durch den Deutschen Bundestag, die Einbeziehung der ezidischen Selbstverteidigungskräfte der HPE, den christlichen militärischen Formationen und der Peshmerga zur Sicherung der Schutzzone, die Einrichtung eines internationalen Tribunals über die Verbrechen und die Täter des Islamischen Staates.

In diesem Zusammenhang danken wir dem kirchenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Franz Josef Jung für seine Pressemitteilung vom 15.12.2016, in der er die Regierung  des Irak aufforderte, ihre Bemühungen zur Schaffung von Rechtsstaatlichkeit und einer funktionierenden  Verwaltung deutlich zu verstärken.
Zusätzliche Links:

https://www.igfm.de/startseite/

https://www.cducsu.de/presse/pressemitteilungen/christen-brauchen-sicherheit-fuer-rueckkehr-den-irak

https://www.igfm.de/is-tribunal/

 

 

Stellungnahme zu unserer Infodemo in Heidelberg am 15. November 2016

Liebe Freunde,
es gab viel Wirbel um die Aktion von Eziden Weltweit gegen die Aufführung des Films „Reseba – The Dark Wind“ auf dem 65. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg bis hin zu Versuchen interessierter Kreise, Mitglieder unseres Vereins als Urheber der Störungen der Filmvorführung verantwortlich zu machen. Unter anderem veröffentlichte die Festivalleitung am 16.11.2016 eine Pressemitteilung, in der es hieß:

„Tumult beim 65. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg 
16. November 2016 – Während der Premierenvorstellung der Irakisch-deutschen Koproduktion „Reseba“ (The Dark Wind) stürmte eine Gruppe des Vereins „Eziden weltweit“ die Kinobühne und verlangte lautstark den Abbruch der Vorführung. Sicherheitskräfte des Festivals konnten die Situation deeskalieren und begleiteten die 20-30 Protestler, die zum Teil aus ganz Deutschland angereist waren, aus dem Kino. […..]“

Wirir können Euch versichern, dass sich kein einziges Mitglied unseres Vereins im Kinosaal befand, sondern unsere Mitglieder sich streng an die Auflagen der Versammlungsbehörde der Stadt Heidelberg gehalten haben und sich ausschließlich auf dem ihnen zugewiesenen Kundgebungsplatzplatz gegenüber dem Festivalgelände aufgehalten haben.

Und es waren unsere Mitglieder, die die des Kinos verwiesenen Eziden vor dem Festivalgelände in Empfang nahmen und sie beruhigten und versuchten, sie zu trösten.

Die Unterbrechung der Vorführung entstand, weil sich im Publikum weitere Eziden befanden, die zum Teil erst vor kurzer Zeit aus der Gefangenschaft des IS befreit werden konnten und die beim Ansehen der zum Teil sehr stark vom wirklichen Geschehen während des Genozids abweichenden Szenen während ihrer Gefangenschaft einen Flash back erlitten. 
All die grausamen Erlebnisse – Mord, Folter, Vergewaltigung und Demütigung wurden wieder an die Oberfläche gespült und erlangten die Herrschaft über sie, so dass nur noch der Wunsch zählte, das Geschehen auf der Leinwand nicht länger ertragen zu müssen.

Im Vorfeld dieser Aufführung fand auf Wunsch zahlreicher ezidischer Vereine in Oldenburg eine Präsentation des Films für ausgewählte Mitglieder mit anschließender Diskussion statt.
Der Produzent des Filmes wurde darauf aufmerksam gemacht, dass eine Aufführung des Films zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu genau solchen Geschehnissen wie in Dohuk im September und jetzt in Heidelberg führen kann.
Leider sahen sich sowohl Festivalleitung als auch Produzent außerstande, den Film zurückzuziehen.

Dies ist das einzige, für das wir als Verein die Verantwortung übernehmen können und auch müssen: Dass es uns nicht gelungen ist, die Aufführung des Films zu verhindern und wir zulassen mussten, dass das ezidische Volk zum zweitenmal Opfer des Genozids vom 3. August 2014 wird – diesmal auf der Leinwand.

Eines hingegen haben wir erreicht: Bei der Festivalleitung das Verständnis dafür zu wecken, dass der Film „Reseba – The Dark Wind“ ein Film ist, der Menschen mit einer Traumatisierung zutiefst verstören kann und bei ihnen unkontrollierbare Handlungen auszulösen in der Lage ist.

Ezidis Worldwide / Eziden Weltweit
Der Vorstand

 

Der Dunkle Wind des Hussein Hassan und das 65. Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2016

Auf dem Festival wird der Film „Reseba – The Dark Wind“ seine Deutschland-Premiere erleben. Aus Protest gegen die teilweise grob wahrheitswidrige und verleumderische Darstellung der ezidischen Gesellschaft und ihrer Lebensweise während und nach dem Genozid des Islamischen Staates (IS) hat der Verein Ezidis Worldwide / Eziden Weltweit e. V. für den 15.11.2016, ab 16:00 Uhr zu einer Kundgebung vor der Heidelberger Aufführungsstätte im Römerweg 133 zu einer Protestkundgebung aufgerufen.
Ursprünglich war geplant, dass während der Kundgebung die Hochzeit mehrerer ezidischer Brautpaare gefeiert wird. Die Bräute sollten ausnahmslos ehemalige Gefangene des IS sein. Mit Rücksicht auf die Gesundheit der Brautleute und weil auf den Druck der ezidischen Community die diskriminierensten Szenen sowohl aus dem Trailer als auch aus dem Film entfernt worden sind, wird dieser Teil der Kundgebung nicht stattfinden.
Wir haben die führenden Medien von Presse, Funk und Fernsehen Deutschlands eingeladen, über unseren Protest zu berichten.

Wir bitten alle Teilnehmer, sich ruhig und friedlich zu verhalten. Wir sind alle Bürger oder Gäste dieses Landes und genießen den Schutz seiner Gesetze. Seid Euch dessen bitte zu jedem Zeitpunkt bewußt. Die anwesende Polizei ist ausschließlich zu unserem Schutz vor Ort, damit wir unser demokratisch verbrieftes Recht auf Demonstrationsfreiheit wahrnehmen können.

In unserem Downloadbereich haben wir einen Flyer bereitgestellt, in dem wir für Nichteziden und die Presse die wichtigsten Informationen über unsere Religion zusammengetragen haben.

Unser Anliegen wird unterstützt von
Ezidisches Zentrum e. V. Freiburg
Hilfs- und Solidaritätsverein der Dorfgemeinschaft Oguz e.V. – Komela Alîkarî û Piştgiriya Gundê Şimizê
Mala Ezidxan Dortmund – Ezidische Gemeinde Dortmund und Umgebung

Liebe Freunde, wir sehen uns in Heidelberg!

Informationsblatt über die Eziden – Als Begleitpapier zum Film „Reseba – The Dark Wind“
Download – 11/2016