Hier kommen die Pressemitteilungen rein

Offener Brief an den Bischof des Erzbistums Köln

Offener Brief an den Bischof des Erzbistums Köln

Sehr geehrter Herr Bischof,

als am 03.08.2016 im Herzen der deutschen Hauptstadt 2000 Menschen der ethno-religiösen Minderheit der Eziden einen Trauermarsch zum Gedenken an die Opfer des barbarischen Vernichtungsfeldzuges der Terrormiliz Islamischer Staat am 3. August 2014 veranstalteten, brach während der Abschlusskundgebung direkt vor der Rednertribüne eine junge Teilnehmerin des Marsches zusammen. Die Erinnerung an das Geschehen während der Mordorgie und ihrer anschließenden Gefangenschaft als Sexsklavin der Mörder hatte sie wieder einmal eingeholt. Sie ist eine der 1100 Frauen, die mit Zutun der baden-württembergischen Landesregierung in einem Sonderprogramm zur Aufnahme von Frauen und Kindern aus dem Nordirak nach Deutschland kommen konnten, um hier unter fachkundiger Betreuung durch Ärzte und Psychotherapeuten von den Wunden auf ihrer Seele genesen können.

Außer dem Bundesland Niedersachsen mit circa 70 Frauen und Kindern hat sich bisher kein weiteres Bundesland bereit gefunden, ein solches Programm ins Leben zu rufen.

Wer annimmt, dass der Krieg der Terroristen sich ausschließlich gegen die Eziden richtet, der verkennt, dass es in gleichem Maße auch die Christen und Juden im Herrschaftsbereich des IS betrifft. Alle diese Menschen sind in den Augen der Mörder Ungläubige, die es nicht verdient haben, auf dieser Erde zu leben.

Unter diesen freilich hat es uns Eziden am schlimmsten getroffen: Wir sahen uns das erste Mal in unserer Geschichte einem Feind gegenüber, der uns nicht nur besiegen, sondern uns als ethno-religiöse Minderheit auslöschen, uns buchstäblich vom Antlitz der Erde tilgen wollte und will.

Unsere Bitte aus diesem Anlass kostet kein Geld, nur ein wenig Mut:
Erheben Sie Ihre Stimme, so wie am 3. August 1941 Ihr Amtsbruder Clemens August Graf von Galen, und fordern Sie von den Mächtigen ein Eingreifen der Politik zu Gunsten der Minderheiten. Sie haben die Macht dazu, nutzen Sie sie. Fordern Sie ein solches Hilfsprogramm wie in Baden-Württemberg von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens.

Es sind einige wenige Pfarrer und Mitglieder nicht-staatlicher Hilfsorganisationen, die den Politikern die Wahrheit über die Verfolgung religiöser Minderheiten in deutschen Flüchtlingslagern vor Augen führen.

Bielefeld am 21. / 22. Mai und Stukenbrook in der jüngsten Vergangenheit legen Zeugnis genug davon ab, um nur die Ereignisse zu benennen, die es in die deutschlandweiten Medien geschafft haben. Die weitaus größte Mehrheit dieser Fälle bleibt der Öffentlichkeit verborgen, so wie beispielsweise Köln am 19.08.2016, wo es großer Anstrengungen vieler Menschen bedurfte, einen jungen Eziden vor dem Selbstmord zu bewahren. Er sah angesichts der ständigen Angriffe radikalmuslimischer Bewohner keinen anderen Ausweg mehr.

Sehr geehrter Herr Bischof, als hier lebende Eziden hoffen und erwarten wir, dass Sie als Erzbischof der größten Diozöse der katholischen Kirche Deutschlands ein unüberhörbares Signal der Mahnung, der Ermutigung und des Aufrüttelns an die gewählten Vertreter in unseren deutschen Parlamenten senden.

Wir werden Sie in diesem Bemühen mit einer Mahnwache und der Veröffentlichung dieses Briefes in unseren diversen Internetforen unterstützen.
Dort erfahren Sie auch den Ort und den Zeitpunkt unserer Aktion.

Unser aller Gott segne Sie und Ihr Tun.

HAWAR Hilfswerk / Köln
Der Vorstand
www.hawar-hilfswerk.com
www.facebook.com/hawar-hilfswerk

Eziden Weltweit e. V. Berlin / Herford
Der Vorstand
www.ezidis.org
www.facebook.com/eww.ev
www.twitter.com/ezidenweltweit

 

 

Mahnwache in Berlin: Sonderkontingent für Frauen aus IS-Gefangenschaft

Mahnwache in Berlin: Sonderkontingent für Frauen aus IS-Gefangenschaft

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mitglieder und Sympathisanten der Vereine Eziden Weltweit e. V. und Organisazion for Human Save haben für den 24.08.2016 in der Zeit von 18:00 bis 19:00 Uhr zu einer Mahnwache vor dem Sitz des Bischofs der evangelischen Kirche Berlin Brandenburg Schlesische Oberlausitz in 10249 Berlin, Georgenkirchstrasse 69 aufgerufen. Sie verfolgen damit das Ziel, den Bischof bei seiner Einflussnahme zugunsten der Einrichtung eines Sonderprogrammes für aus der Gefangenschaft der Terrormiliz Islamischer Staat freigekommene Frauen und Mädchen der ethno-religiösen Minderheit der Eziden auf den Senat des Landes Berlin und die Brandenburger Landesregierung zu unterstützen. In den Bundesländern Baden-Württemberg und Niedersachsen existieren bereits seit langem solche Programme. Ungefähr 1100 solcher Frauen und Mädchen werden dort medizinisch und psychisch versorgt und therapiert.
Für Ihre Fragen stehen Ihnen kompetente Ansprechpartner beider Organisationen zur Verfügung.

Eziden Weltweit e. V.

Offener Brief an den Bischof der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg Schlesische Oberlausitz

Offener Brief an den Bischof der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg Schlesische Oberlausitz

 

Sehr geehrter Herr Bischof,

von einer Kirche, die sich in ihrem Glaubensbekenntnis als christlich bezeichnet und Nächstenliebe predigt, sollte zu erwarten sein, dass sie dieses auch universell und nicht nur selektiv zum Ausdruck bringt.

Es war und ist nicht zu überhören, mit welcher Verve sich Kirchenführer aller Hierarchiestufen für muslimische Flüchtlinge einsetzen.

Was indes vermisst wird, ist ein klares Bekenntnis dieser Kirche zu den religiösen Minderheiten, die vor den radikalen Muslimen in ihrer Heimat geflüchtet sind. Es betrifft Juden, Christen, Eziden, alle gleichermaßen. Und von diesen hat es uns Eziden am schlimmsten getroffen: Wir sahen uns das erste Mal in unserer Geschichte einem Feind gegenüber, der uns nicht nur besiegen, sondern uns als ethno-religiöse Minderheit auslöschen, uns buchstäblich vom Antlitz der Erde tilgen wollte.

Wir dürfen Sie daran erinnern, dass ein Mitglied unseres Vereins im Frühjahr dieses Jahres um eine gesamtkirchliche Ausgangskollekte gebeten hatte, um mit diesem Geld einen Verein zu unterstützen, der sich vor Ort, in der irakischen Stadt Dohuk, um die aus der Gefangenschaft des IS befreiten ezidischen Frauen und Mädchen aufzufangen, zu betreuen und ihnen das Vertrauen in die Menschheit wiederzugeben. Aus Ihrem Hause erhielten wir die Antwort, dass es Ihnen leider aus kirchenrechtlichen Gründen nicht möglich sei, dieser Bitte um Hilfe zu entsprechen.

Unsere jetzige Bitte kostet kein Geld, nur ein wenig Mut:
Wir würden uns freuen, wenn in den nächsten Predigten immer ein Appell enthalten ist, der die Verantwortlichen der Politik daran erinnert, dass sie es sind, die es bisher versäumt haben, ein Hilfsprogramm zur Aufnahme ehemaliger gefangener Frauen, Kinder und Mädchen des IS in einzurichten. Die rühmliche Ausnahme davon bilden die Länder Baden-Württemberg und Niedersachsen. Sie haben etwa 1100 dieser Menschen aufgenommen.

Dass es einige wenige Pfarrer und Mitglieder nichtstaatlicher Hilfsorganisationen sind, die den Politikern die Wahrheit über die Verfolgung religiöser Minderheiten in deutschen Flüchtlingslagern vor Augen führen.

Bielefeld am 21. / 22. Mai und Stukenbrook in der jüngsten Vergangenheit legen Zeugnis genug davon ab, um nur die Ereignisse zu benennen, die es in die deutschlandweiten Medien geschafft haben.

Sehr geehrter Herr Bischof, wir als in Deutschland lebende und integrierte Eziden, wir hoffen, dass die evangelische Kirche ein unüberhörbares Signal der Ermutigung und des Aufrüttelns an die gewählten Vertreter in unseren deutschen Parlamenten sendet.

Bitte beginnen Sie als der Bischof von Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz.

Wir werden Sie in diesem Bemühen mit einer Mahnwache und der Veröffentlichung dieses Briefes auf unseren diversen Internetauftritten unterstützen.
Dort erfahren Sie auch den Ort und den Zeitpunkt unserer Aktion.

Unser aller Gott segne Sie und Ihr Tun

Eziden Weltweit e. V.
Berlin / Herford am 16.08.2016
Der Vorstand

Einladung zum Gedenktag an die ezidischen Opfer vom 03.08.2014

Einladung zum Gedenktag an die ezidischen Opfer vom 03.08.2014

Einladung zum Gedenktag an die ezidischen Opfer vom 03.08.2014

 

Am 3. August 2014 griff der „Islamische Staat“ (IS) die Eziden in ihrer Heimat, im Nordirak, mit der Absicht der totalen Vernichtung an. Eine beispielose systematische Tötung von ezidischen Männern, Versklavung von Frauen, Trennung der Kinder von ihren Müttern, Zerstörung von Friedhöfen, heiligen Stätten, Häusern und Plünderung der Habseligkeiten folgte.

Dies war eine der schlimmsten humanitären Tragödien des 21. Jahrhunderts, die bis heute noch andauert. Mehr als 5000 Zivilisten wurden getötet. Im Gegensatz zu anderen religiösen Minderheiten im Irak, wurden Eziden nur zwei Möglichkeiten gegeben: zum Islam zu konvertieren oder zu sterben. Eine systematische barbarische Exekution ezidischer Männer und Jungen ab 14 Jahren, einschließlich des dokumentierten Massakers in Kocho. In Kocho wurden 418 Jungen und Männer enthauptet, erschossen oder bei lebendigem Leibe begraben. Auch wurden hunderte ältere, körperlich- und geistig Behinderte teilweise bei lebendigem Leibe verbrannt, einschließlich der Verbrennung von 15 älteren und behinderten Menschen in einem ezidischen Tempel in Shingal. Hunderte ezidische Kinder starben auf der Flucht oder im Shingal-Gebirge, wo sie mehr als sieben Tage ohne Wasser und Nahrung bei glühender Hitze ausharren mussten, bevor ein Sicherheitskorridor geschaffen werden konnte. Beweise für die Massaker sind die mindestens 10 Massengräber in den befreiten Gebieten auf der Nordseite des Shingal-Gebirges. Weitere verheerende Massengräber werden auf der noch besetzten Südseite des Gebirges vermutet. Zusätzlich zu den systematischen Tötungen von über 5000 Eziden, befinden sich noch zwischen 3000 bis 3500 Eziden, meist Frauen und Kinder, in der Hand des IS. Ezidische Mädchen und Frauen im Alter von über 6 Jahren wurden von ihren Familien getrennt und unter den IS-Angehörigen und ihren Anhängern als Sexsklavinnen, Konkubinen und „Kriegsbeute“ gehandelt. Bis heute konnten sich etwa 3500 Kinder, Mädchen, Frauen und älteren Menschen aus der Gefangenschaft des IS befreien oder wurden von Mittelsmännern freigekauft. Die überwiegende Mehrheit hat ausgesagt, dass sie täglicher sexueller Gewalt ausgesetzt waren. Zurückgekehrte Ezidinnen im Alter von 9 Jahren fanden sich schwanger in den Flüchtlinglagern wieder. Frauen und Kinder wurden wie Vieh auf Sklavenmärkten für 5-10 Dollar gehandelt. Hunderte ezidische Mädchen und Frauen haben sich in der IS-Gefangenschaft oder nach der Flucht aufgrund der schweren psychischen und physischen Misshandlungen das Leben genommen.

Selbst vor den Kindern seiner Opfer macht der IS nicht halt. Tausende ezidische Kinder wurden systematisch von ihren Müttern getrennt und in IS-Trainingslagern in Raqqa, Shadadiya, Dir al Zoor und anderen Orten innerhalb der von dem Islamischen Staat kontrollierten Gebiete in Syrien und dem Irak gebracht. In diesen Lagern müssen die Kinder die islamischen Lehren annehmen und werden radikalisiert. Erklärtes Ziel ist es, die Kinder als zukünftige Krieger für den Aufbau des angestrebten Kalifats zu missbrauchen. Am 16. Juni 2016 wurde der Forderung der Eziden durch die UNO Rechnung getragen. Eine Untetsuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates hat in ihrem Bericht festgestellt, dass die durch den IS gegen die Eziden verübten Gräueltaten als Völkermord einzustufen sind.

Daher fordern wir am 03.08.2016 in Berlin:

  • sich für die Befreiung der 3500 ezidischen Frauen und Kinder aus der IS-Gefangenschaft einzusetzen,
  • ein Schnelles Aufnahmeprogramme für Eziden und Christen aus dem Irak,
  • vereinfachte und schnelle Familienzusammenführung bzw. Aufnahmeprogramm der in Griechenland gestrandeten 3300 Eziden,
  • unabhängige Koordinierung der Hilfslieferungen für Eziden und Christen in den Irak,
  • Schaffung einer Schutzzone für alle Eziden und Christen, die in ihrer Heimat bleiben wollen,
  • Anerkennung des Genozids an die Eziden und eine lückenlose Aufklärung durch eine internationale Untersuchungskommission,
  • Verfolgung und Bestrafung aller am Genozid Beteiligten und für den Schutz der Eziden Verantwortlichen durch einen Internationalen Gerichtshof

Unterzeichner: Die ezidischen Vertreter der Nichtregierungsorganisationen

  • Eziden Weltweit – Germany
  • Yazda Organization: Yazidi community organization – USA
  • Assosiation de Ezidi de France
  • Mala Ezidxan Dortmund
  • Hawar Hilfswerk
  • Hamburgs ezidische Community – Germany
  • Ezidi House of Augsburg – Germany
  • Ezidi Kulturforening i Danmark – Denmark
  • Association of ezidi organizations – Sweden
  • Stichting Affairs Yezidis – The Netherlands
  • Yezidi Human Rights Organization – International – Canada
  • Organisation de jeunesse yézidie en Belgique – Belgium
  • Smoqa Non-Profit Organization – Iraq
  • Mala Ezidiya Li Hildesheim
  • Mala Ezidia Münster

Quellen:
[1] Human Right Watch Report on Iraq: Forced Marriage, Conversion for Yezidis; Published on October 12, 2014
[2] Dabiq Magazine – Issue 4, Article: The rivival of slavery before the hour (Site 14-17)
[3] Report of the Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights on the human rights situation in Iraq in the light of abuses committed by the so-called Islamic State in Iraq and the Levant and associated groups, Published on March, 19th 2015
[4] Human Right Watch Report on Iraq: ISIS Escapees Describe Systematic Rape; Published on April 15, 2015
[5] UN Commission of Inquiry on Syria: ISIS is committing genocide against the Yazidis; 15th June 2016

Trauermarsch BERLIN 03.08.2016

 

Pressemitteilung

Trauermarsch 03.08.2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 03.08.2016 jährt sich der Überfall der Terrormiliz “Islamischer Staat” auf die ethnischen und religiösen Minderheiten im Nordirak zum zweiten Mal. Besonders betroffen waren und sind nach wie vor die Eziden, die Angehörigen einer jahrtausendalten Religion. In der Shingal-Region ermordeten die IS-Terroristen nach UN-Angaben über 5.000 Eziden und verschleppten und versklavten bis zu 7.000 weitere, überwiegend Frauen und Kinder. In der Gefangenschaft sind die Ezidinnen systematischer sexueller Gewalt ausgesetzt. Die UN Menschenrechtskommission, das US-Außenministerium, das britische Parlament sowie das Europäische Parlament haben die Verbrechen des IS an den Eziden als Völkermord bewertet und verurteilt.
Auch nach fast zwei Jahren befinden sich weiterhin über 3.500 Eziden und Ezidinnen in IS-Sklaverei. Frauen und junge Mädchen sind täglich den entsetzlichsten sexuellen und körperlichen Misshandlungen ausgesetzt, die Jungen werden nach ihrer Zwangsislamisierung in militärischen Ausbildungslagern zu neuen Djihadisten gedrillt, um gegen ihr eigenes Volk zu kämpfen.

Dagegen und für ein menschenwürdiges Leben der Flüchtlinge in den Flüchtlingscamps im Irak, in den deutschen Asylunterkünften und für die Aufnahme von Eziden aus Griechenland werden wir5 am Abend des 02.08.2016 ab 20:00 Uhr eine Mahnwache am Brandenburger Tor im Herzen der deutschen Hauptstadt abhalten. Wir haben den Berliner Senat gebeten, aus diesem Anlass das Brandenburger Tor analog zu den Attentaten von Orlando und Istanbul anzustrahlen.

Des Weiteren werden wir am 03.08.2016 ab 13:00 Uhr ein Gedenk- und Trauermarsch vom Alexanderplatz ebenfalls zum Brandenburger Tor durchführen. Dazu erwarten wir mindestens 3000 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland. Organisiert wird dieser Trauermarsch von unserem Verein in Kooperation mit unserer US-amerikanischen Partnerorganisation Yazda. Ferner werden wir dabei von einer Vielzahl von befreundeten Organisationen aus Deutschland unterstützt.

Näheres können Sie unseren diversen Auftritten im Internet entnehmen. Sie sind herzlich eingeladen, über beide Ereignisse zu berichten.

Eziden Weltweit e. V.

Der Vorstand

Dr. Khabat Kedir
1. Vorsitzender

Dr. Said Saydo
2. Vorsitzender

Mizgin Saka
3. Vorsitzende