Hier kommen die Pressemitteilungen rein

Stellungnahme zum Film „Reşeba – The Dark Wind“

Offener Brief an Hussien Hassan, den Produzenten des Films ,,Reşeba-The Dark Wind“

Hussien Hassan ist ein muslimischer Kurde der mit seinem Film beabsichtigt, den Ruf der Eziden zu schaden, so wie viele andere Kurden aus dem Irak auch.

Nachdem das ezidische Volk am 3. August 2014 von der kurdischen Regierung und deren Streitkräfte (Peshmergas) verraten und in Stich gelassen wurde, tausende Frauen und Kinder vom Islamischen Staat entführt und in die Sklaverei getrieben, Männer hingerichtet, Kinder zu Waisen und hunderttausende zur Flucht getrieben hat, hört die Diskriminierung / Diffamierung und das damit verbundene Leid der Eziden immer noch nicht auf.
Sowohl der Islamische Staat als auch die überwiegende Mehrheit der kurdischen Bevölkerung gehört dem islamischen Glauben an. Laut dem Islam sind Eziden Ungläubige, die es zu töten gilt.

Seit mehr als 1400 Jahren, seit der Entstehung des Islams, werden Eziden verfolgt, vertrieben und getötet. Von ursprünglich mehr als 24 Millionen Eziden gibt es mittlerweile nur noch eine knappe Million.

Ein Volk ohne Heimat, immer auf der Flucht und in Gefahr. Es wird versucht die ezidische Geschichte und deren Glaubensinhalte  zu verfälschen, indem Unwahrheiten verbreitet werden.

Ein gutes Beispiel ist dieser, von einem muslimischen Kurden, produzierte Film. Ein Film der angeblich an das Massaker an den Eziden erinnern soll, jedoch nichts weiter als Unwahrheiten darstellt. Der Film handelt von einem Liebespärchen, das sich vor dem 3. August 2014 kennengelernt und verlobt hat. So wie viele andere ezidische Frauen und Kinder wurde auch die Verlobte des Hauptdarstellers vom Islamischen Staat entführt, vergewaltigt und in die Sklaverei getrieben. Nach ihrer Befreiung möchte ihr Verlobter sie heiraten, denn er liebt sie immer noch und für ihn hat sich nichts geändert. Sein Vater jedoch stimmt der Hochzeit nicht zu, seine Schwiegertochter ist in seinen Augen beschmutzt und seinem Sohn nicht würdig.
Dies soll das Verhalten der Eziden gegenüber den Frauen und Kinder, die aus der IS Gefangenschaft entkommen sind, widerspiegeln? Nein!
Es gibt mehrere Beweise dafür, dass das ezidische Volk ihre Frauen und Kinder mit offenen Armen, voller Freude und Respekt wieder in die Gemeinschaft aufnimmt.

Neben tausenden Fotos und Videos die zeigen, wie ehemalige Gefangene von Familie und Freunde herzlich empfangen werden, gibt es noch weitere andere Beweise.

Exemplarisch zwei Beispiele:
Die Geschichte von Vian und Ali, das erste Pärchen wo die Frau in Gefangenschaft war und das sich in Deutschland vermählt hat. Vian und Ali sind mittlerweile stolze Eltern eines wunderschönen Babys, das ebenso von der ezidischen Gemeinschaft herzlich aufgenommen wird.
Ein weiteres Beispiel ist die große Hochzeit im April 2016 in Deutschland. Sechs Pärchen, von denen alle Frauen ehemalige IS Gefangene waren, haben sich bei einer großen Feier mit mehr als 2000 Gästen vermählt. Gäste die zum größten Teil die Pärchen nicht ein mal persönlich kannten, sich aber mit ihnen freuten und als Zeichen der Zugehörigkeit und Akzeptanz zum ezidischen Volk an der Feier teilnahmen.

In der ezidischen Gesellschaft gilt die Frau als ganzer Stolz, sie zu ehren ist eine Pflicht!
Der Produzent Hussein sollte die Fakten aus der Realität in seinem Film einbeziehen und keine Unwahrheiten darstellen. Er hätte Ideen und Anregungen für seinen Film von der ezidischen Gesellschaft beziehen können, anstatt mit Vorurteilen und Nichtwissen solch einen Film zu produzieren.
Dieser Genozid an den Eziden, der immer noch andauert, findet nicht das erste mal statt und ist keine erfundene Geschichte! Entweder man würdigt die Opfer mit einem Film der wahrheitsgemäß dargestellt wird, oder man lässt es ganz sein.
Wir lassen nicht zu das unser Volk immer wieder zum Opfer und unser Glaube, unsere Kultur verfälscht wird.

Wir stellen uns gegen solche Aussagen und verurteilen den Film aufs Schärfste.


English

An open letter to Hussien Hassan, the producer of the film ,,Reşeba-The Dark Wind“

Hussien Hassan is a Muslim Kurd who intends his movie to harm the reputation of the Ezidis, like many other Kurds from Iraq also.
After the Ezidi people were betrayed by the Kurdish government and their armed forces (peshmergas) on 3 August 2014 and left in the lurch, thousands of women and children abducted by the Islamic State and taken into slavery, men were executed, children orphaned and hundreds of thousands fleed, the discrimination and the associated suffering of Ezidis is still going on.
The Islamic State and the majority of the Kurdish population belongs to the Islamic faith and practiced it very radical. According to Islam Ezidis are incredulous that applies to kill them.

For over 1400 years, since the emergence of Islam, Ezidis are persecuted, expelled and murdered. Of the original more than 24 million Ezidis there are now only almost one million.

A people without a home, always on the run and in danger. They tries to distort the Ezidi history by falsehoods disseminated.
A good example of this is Husseins film. A movie who supposed to remember the massacre of Ezidis, but nothing is further than falsehoods. The film is about lovers who has met and engaged before 3 August 2014. Like many other Ezidi women and children, the girlfriend of the main character was kidnapped by IS, raped and forced into slavery. After their liberation her friend want to marry her because he loves her still and for him nothing has changed. However, his father isn’t agree to the marriage, the girl is spotted in his eyes and unworthy for his son.
This should therefore reflect the behavior of the Ezidis to their women and children who have escaped from the IS captivity? No!
There are thousands of evidence that the ezidi people receives their women and children  with open arms, full of joy and respect, back to the community.

In addition to thousands of photos and videos that show how former prisoners of family and friends will be warmly welcomed, there are many of other evidence.

Examples:
Let’s take the story of Vian and Ali, the first lovers where the woman was in captivity and has married in Germany. Vian and Ali are now the proud parents of a beautiful baby, who is also warmly received well by the Ezidi Community.
Another example is the big wedding in April 2016 in Germany. Six lovers, all of whom women were former IS prisoners, who married at a big celebration with more than 2000 guests. The couple of the guests even didn’t know the lovers, but were delighted with them and attended the celebration as a sign of belonging and acceptance to Ezidi people.
In the Ezidi society the woman is regarded as pride, it’s an obligation to honor them!
Producer Hussein should include the facts from reality in his film and not represent falsehoods. He had to obtain ideas and suggestions for his film from the ezidi society, rather than producing with prejudice and ignorance such a movie.
This genocide is still going on, it’s not the first time and is not a made-up story! Either one recognizes the victim with a film represented truthfully, or letting it be whole. We don’t accept that our people, our faith and culture is always under attack!

It’s enough, we oppose such statements and defend ourselves!

Mahnwache in Köln: Sonderkontingent für Frauen aus IS-Gefangenschaft

Mahnwache in Köln: Sonderkontingent für Frauen aus IS-Gefangenschaft


Sehr geehrte Damen und Herren,

Mitglieder und Sympathisanten der Vereine HAWAR Hilfswerk und Eziden Weltweit e. V. haben für den 31.08.2016 in der Zeit von 15:00 bis 17:00 Uhr zu einer Mahnwache vor dem Kölner Dom aufgerufen.

Sie verfolgen damit das Ziel, den Bischof des Erzbistums Köln dazu zu ermuntern, Einfluß auf die Regierung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen zugunsten der Einrichtung eines Sonderprogrammes für aus der Gefangenschaft der Terrormiliz Islamischer Staat freigekommene Frauen und Mädchen der ethno-religiösen Minderheit der Eziden zu nehmen. In den Bundesländern Baden-Württemberg und Niedersachsen existieren bereits seit langem solche Programme. Ungefähr 1100 solcher Frauen und Mädchen werden dort medizinisch und psychisch versorgt und therapiert.

Gleichfalls wollen wir ihn dazu anregen, der Landesregierung nahezulegen, dass es unbedingt notwendig ist, in den Asylunterkünften dafür zu sorgen, dass Angehörige von religiösen Minderheiten vor Angriffen radikalmuslimischer Asylbewerber wirkungsvoll geschützt werden. Erst in der letzten Woche mussten wieder Mitglieder verschiedener Organisationen und Vereine alle Hebel in Bewegung setzen, um einen Angehöriger der ethno-religiösen Minderheit der Eziden vor einem Suizid aufgrund der ständigen Drangsalierung muslimischer Mitbewohner seiner Unterkunft zu bewahren.


Für Ihre Fragen stehen Ihnen kompetente Ansprechpartner beider Organisationen zur Verfügung.

HAWAR Hilfswerk / Köln
Der Vorstand
www.hawar-hilfswerk.com
www.facebook.com/hawar-hilfswerk

Eziden Weltweit e. V. / Herford
Der Vorstand
eww.ev[at]outlook.com
www.ezidis.org
www.facebook.com/eww.ev
www.twitter.com/ezidenweltweit

Kontakte:

Gian Aldonani
HAWAR Hilfswerk
Fon:  +49 172 2959752
Mail: Gian.Aldonani[at]yahoo.de

Jürgen Tetzel
Medienreferent Eziden Weltweit e.V.
Fon: +49 176 51835641
Mail: j-tetzel[at]versanet.de

Offener Brief an den Bischof des Erzbistums Köln

Offener Brief an den Bischof des Erzbistums Köln

Sehr geehrter Herr Bischof,

als am 03.08.2016 im Herzen der deutschen Hauptstadt 2000 Menschen der ethno-religiösen Minderheit der Eziden einen Trauermarsch zum Gedenken an die Opfer des barbarischen Vernichtungsfeldzuges der Terrormiliz Islamischer Staat am 3. August 2014 veranstalteten, brach während der Abschlusskundgebung direkt vor der Rednertribüne eine junge Teilnehmerin des Marsches zusammen. Die Erinnerung an das Geschehen während der Mordorgie und ihrer anschließenden Gefangenschaft als Sexsklavin der Mörder hatte sie wieder einmal eingeholt. Sie ist eine der 1100 Frauen, die mit Zutun der baden-württembergischen Landesregierung in einem Sonderprogramm zur Aufnahme von Frauen und Kindern aus dem Nordirak nach Deutschland kommen konnten, um hier unter fachkundiger Betreuung durch Ärzte und Psychotherapeuten von den Wunden auf ihrer Seele genesen können.

Außer dem Bundesland Niedersachsen mit circa 70 Frauen und Kindern hat sich bisher kein weiteres Bundesland bereit gefunden, ein solches Programm ins Leben zu rufen.

Wer annimmt, dass der Krieg der Terroristen sich ausschließlich gegen die Eziden richtet, der verkennt, dass es in gleichem Maße auch die Christen und Juden im Herrschaftsbereich des IS betrifft. Alle diese Menschen sind in den Augen der Mörder Ungläubige, die es nicht verdient haben, auf dieser Erde zu leben.

Unter diesen freilich hat es uns Eziden am schlimmsten getroffen: Wir sahen uns das erste Mal in unserer Geschichte einem Feind gegenüber, der uns nicht nur besiegen, sondern uns als ethno-religiöse Minderheit auslöschen, uns buchstäblich vom Antlitz der Erde tilgen wollte und will.

Unsere Bitte aus diesem Anlass kostet kein Geld, nur ein wenig Mut:
Erheben Sie Ihre Stimme, so wie am 3. August 1941 Ihr Amtsbruder Clemens August Graf von Galen, und fordern Sie von den Mächtigen ein Eingreifen der Politik zu Gunsten der Minderheiten. Sie haben die Macht dazu, nutzen Sie sie. Fordern Sie ein solches Hilfsprogramm wie in Baden-Württemberg von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens.

Es sind einige wenige Pfarrer und Mitglieder nicht-staatlicher Hilfsorganisationen, die den Politikern die Wahrheit über die Verfolgung religiöser Minderheiten in deutschen Flüchtlingslagern vor Augen führen.

Bielefeld am 21. / 22. Mai und Stukenbrook in der jüngsten Vergangenheit legen Zeugnis genug davon ab, um nur die Ereignisse zu benennen, die es in die deutschlandweiten Medien geschafft haben. Die weitaus größte Mehrheit dieser Fälle bleibt der Öffentlichkeit verborgen, so wie beispielsweise Köln am 19.08.2016, wo es großer Anstrengungen vieler Menschen bedurfte, einen jungen Eziden vor dem Selbstmord zu bewahren. Er sah angesichts der ständigen Angriffe radikalmuslimischer Bewohner keinen anderen Ausweg mehr.

Sehr geehrter Herr Bischof, als hier lebende Eziden hoffen und erwarten wir, dass Sie als Erzbischof der größten Diozöse der katholischen Kirche Deutschlands ein unüberhörbares Signal der Mahnung, der Ermutigung und des Aufrüttelns an die gewählten Vertreter in unseren deutschen Parlamenten senden.

Wir werden Sie in diesem Bemühen mit einer Mahnwache und der Veröffentlichung dieses Briefes in unseren diversen Internetforen unterstützen.
Dort erfahren Sie auch den Ort und den Zeitpunkt unserer Aktion.

Unser aller Gott segne Sie und Ihr Tun.

HAWAR Hilfswerk / Köln
Der Vorstand
www.hawar-hilfswerk.com
www.facebook.com/hawar-hilfswerk

Eziden Weltweit e. V. Berlin / Herford
Der Vorstand
www.ezidis.org
www.facebook.com/eww.ev
www.twitter.com/ezidenweltweit

 

 

Mahnwache in Berlin: Sonderkontingent für Frauen aus IS-Gefangenschaft

Mahnwache in Berlin: Sonderkontingent für Frauen aus IS-Gefangenschaft

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mitglieder und Sympathisanten der Vereine Eziden Weltweit e. V. und Organisazion for Human Save haben für den 24.08.2016 in der Zeit von 18:00 bis 19:00 Uhr zu einer Mahnwache vor dem Sitz des Bischofs der evangelischen Kirche Berlin Brandenburg Schlesische Oberlausitz in 10249 Berlin, Georgenkirchstrasse 69 aufgerufen. Sie verfolgen damit das Ziel, den Bischof bei seiner Einflussnahme zugunsten der Einrichtung eines Sonderprogrammes für aus der Gefangenschaft der Terrormiliz Islamischer Staat freigekommene Frauen und Mädchen der ethno-religiösen Minderheit der Eziden auf den Senat des Landes Berlin und die Brandenburger Landesregierung zu unterstützen. In den Bundesländern Baden-Württemberg und Niedersachsen existieren bereits seit langem solche Programme. Ungefähr 1100 solcher Frauen und Mädchen werden dort medizinisch und psychisch versorgt und therapiert.
Für Ihre Fragen stehen Ihnen kompetente Ansprechpartner beider Organisationen zur Verfügung.

Eziden Weltweit e. V.

Offener Brief an den Bischof der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg Schlesische Oberlausitz

Offener Brief an den Bischof der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg Schlesische Oberlausitz

 

Sehr geehrter Herr Bischof,

von einer Kirche, die sich in ihrem Glaubensbekenntnis als christlich bezeichnet und Nächstenliebe predigt, sollte zu erwarten sein, dass sie dieses auch universell und nicht nur selektiv zum Ausdruck bringt.

Es war und ist nicht zu überhören, mit welcher Verve sich Kirchenführer aller Hierarchiestufen für muslimische Flüchtlinge einsetzen.

Was indes vermisst wird, ist ein klares Bekenntnis dieser Kirche zu den religiösen Minderheiten, die vor den radikalen Muslimen in ihrer Heimat geflüchtet sind. Es betrifft Juden, Christen, Eziden, alle gleichermaßen. Und von diesen hat es uns Eziden am schlimmsten getroffen: Wir sahen uns das erste Mal in unserer Geschichte einem Feind gegenüber, der uns nicht nur besiegen, sondern uns als ethno-religiöse Minderheit auslöschen, uns buchstäblich vom Antlitz der Erde tilgen wollte.

Wir dürfen Sie daran erinnern, dass ein Mitglied unseres Vereins im Frühjahr dieses Jahres um eine gesamtkirchliche Ausgangskollekte gebeten hatte, um mit diesem Geld einen Verein zu unterstützen, der sich vor Ort, in der irakischen Stadt Dohuk, um die aus der Gefangenschaft des IS befreiten ezidischen Frauen und Mädchen aufzufangen, zu betreuen und ihnen das Vertrauen in die Menschheit wiederzugeben. Aus Ihrem Hause erhielten wir die Antwort, dass es Ihnen leider aus kirchenrechtlichen Gründen nicht möglich sei, dieser Bitte um Hilfe zu entsprechen.

Unsere jetzige Bitte kostet kein Geld, nur ein wenig Mut:
Wir würden uns freuen, wenn in den nächsten Predigten immer ein Appell enthalten ist, der die Verantwortlichen der Politik daran erinnert, dass sie es sind, die es bisher versäumt haben, ein Hilfsprogramm zur Aufnahme ehemaliger gefangener Frauen, Kinder und Mädchen des IS in einzurichten. Die rühmliche Ausnahme davon bilden die Länder Baden-Württemberg und Niedersachsen. Sie haben etwa 1100 dieser Menschen aufgenommen.

Dass es einige wenige Pfarrer und Mitglieder nichtstaatlicher Hilfsorganisationen sind, die den Politikern die Wahrheit über die Verfolgung religiöser Minderheiten in deutschen Flüchtlingslagern vor Augen führen.

Bielefeld am 21. / 22. Mai und Stukenbrook in der jüngsten Vergangenheit legen Zeugnis genug davon ab, um nur die Ereignisse zu benennen, die es in die deutschlandweiten Medien geschafft haben.

Sehr geehrter Herr Bischof, wir als in Deutschland lebende und integrierte Eziden, wir hoffen, dass die evangelische Kirche ein unüberhörbares Signal der Ermutigung und des Aufrüttelns an die gewählten Vertreter in unseren deutschen Parlamenten sendet.

Bitte beginnen Sie als der Bischof von Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz.

Wir werden Sie in diesem Bemühen mit einer Mahnwache und der Veröffentlichung dieses Briefes auf unseren diversen Internetauftritten unterstützen.
Dort erfahren Sie auch den Ort und den Zeitpunkt unserer Aktion.

Unser aller Gott segne Sie und Ihr Tun

Eziden Weltweit e. V.
Berlin / Herford am 16.08.2016
Der Vorstand

Einladung zum Gedenktag an die ezidischen Opfer vom 03.08.2014

Einladung zum Gedenktag an die ezidischen Opfer vom 03.08.2014

Einladung zum Gedenktag an die ezidischen Opfer vom 03.08.2014

 

Am 3. August 2014 griff der „Islamische Staat“ (IS) die Eziden in ihrer Heimat, im Nordirak, mit der Absicht der totalen Vernichtung an. Eine beispielose systematische Tötung von ezidischen Männern, Versklavung von Frauen, Trennung der Kinder von ihren Müttern, Zerstörung von Friedhöfen, heiligen Stätten, Häusern und Plünderung der Habseligkeiten folgte.

Dies war eine der schlimmsten humanitären Tragödien des 21. Jahrhunderts, die bis heute noch andauert. Mehr als 5000 Zivilisten wurden getötet. Im Gegensatz zu anderen religiösen Minderheiten im Irak, wurden Eziden nur zwei Möglichkeiten gegeben: zum Islam zu konvertieren oder zu sterben. Eine systematische barbarische Exekution ezidischer Männer und Jungen ab 14 Jahren, einschließlich des dokumentierten Massakers in Kocho. In Kocho wurden 418 Jungen und Männer enthauptet, erschossen oder bei lebendigem Leibe begraben. Auch wurden hunderte ältere, körperlich- und geistig Behinderte teilweise bei lebendigem Leibe verbrannt, einschließlich der Verbrennung von 15 älteren und behinderten Menschen in einem ezidischen Tempel in Shingal. Hunderte ezidische Kinder starben auf der Flucht oder im Shingal-Gebirge, wo sie mehr als sieben Tage ohne Wasser und Nahrung bei glühender Hitze ausharren mussten, bevor ein Sicherheitskorridor geschaffen werden konnte. Beweise für die Massaker sind die mindestens 10 Massengräber in den befreiten Gebieten auf der Nordseite des Shingal-Gebirges. Weitere verheerende Massengräber werden auf der noch besetzten Südseite des Gebirges vermutet. Zusätzlich zu den systematischen Tötungen von über 5000 Eziden, befinden sich noch zwischen 3000 bis 3500 Eziden, meist Frauen und Kinder, in der Hand des IS. Ezidische Mädchen und Frauen im Alter von über 6 Jahren wurden von ihren Familien getrennt und unter den IS-Angehörigen und ihren Anhängern als Sexsklavinnen, Konkubinen und „Kriegsbeute“ gehandelt. Bis heute konnten sich etwa 3500 Kinder, Mädchen, Frauen und älteren Menschen aus der Gefangenschaft des IS befreien oder wurden von Mittelsmännern freigekauft. Die überwiegende Mehrheit hat ausgesagt, dass sie täglicher sexueller Gewalt ausgesetzt waren. Zurückgekehrte Ezidinnen im Alter von 9 Jahren fanden sich schwanger in den Flüchtlinglagern wieder. Frauen und Kinder wurden wie Vieh auf Sklavenmärkten für 5-10 Dollar gehandelt. Hunderte ezidische Mädchen und Frauen haben sich in der IS-Gefangenschaft oder nach der Flucht aufgrund der schweren psychischen und physischen Misshandlungen das Leben genommen.

Selbst vor den Kindern seiner Opfer macht der IS nicht halt. Tausende ezidische Kinder wurden systematisch von ihren Müttern getrennt und in IS-Trainingslagern in Raqqa, Shadadiya, Dir al Zoor und anderen Orten innerhalb der von dem Islamischen Staat kontrollierten Gebiete in Syrien und dem Irak gebracht. In diesen Lagern müssen die Kinder die islamischen Lehren annehmen und werden radikalisiert. Erklärtes Ziel ist es, die Kinder als zukünftige Krieger für den Aufbau des angestrebten Kalifats zu missbrauchen. Am 16. Juni 2016 wurde der Forderung der Eziden durch die UNO Rechnung getragen. Eine Untetsuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates hat in ihrem Bericht festgestellt, dass die durch den IS gegen die Eziden verübten Gräueltaten als Völkermord einzustufen sind.

Daher fordern wir am 03.08.2016 in Berlin:

  • sich für die Befreiung der 3500 ezidischen Frauen und Kinder aus der IS-Gefangenschaft einzusetzen,
  • ein Schnelles Aufnahmeprogramme für Eziden und Christen aus dem Irak,
  • vereinfachte und schnelle Familienzusammenführung bzw. Aufnahmeprogramm der in Griechenland gestrandeten 3300 Eziden,
  • unabhängige Koordinierung der Hilfslieferungen für Eziden und Christen in den Irak,
  • Schaffung einer Schutzzone für alle Eziden und Christen, die in ihrer Heimat bleiben wollen,
  • Anerkennung des Genozids an die Eziden und eine lückenlose Aufklärung durch eine internationale Untersuchungskommission,
  • Verfolgung und Bestrafung aller am Genozid Beteiligten und für den Schutz der Eziden Verantwortlichen durch einen Internationalen Gerichtshof

Unterzeichner: Die ezidischen Vertreter der Nichtregierungsorganisationen

  • Eziden Weltweit – Germany
  • Yazda Organization: Yazidi community organization – USA
  • Assosiation de Ezidi de France
  • Mala Ezidxan Dortmund
  • Hawar Hilfswerk
  • Hamburgs ezidische Community – Germany
  • Ezidi House of Augsburg – Germany
  • Ezidi Kulturforening i Danmark – Denmark
  • Association of ezidi organizations – Sweden
  • Stichting Affairs Yezidis – The Netherlands
  • Yezidi Human Rights Organization – International – Canada
  • Organisation de jeunesse yézidie en Belgique – Belgium
  • Smoqa Non-Profit Organization – Iraq
  • Mala Ezidiya Li Hildesheim
  • Mala Ezidia Münster

Quellen:
[1] Human Right Watch Report on Iraq: Forced Marriage, Conversion for Yezidis; Published on October 12, 2014
[2] Dabiq Magazine – Issue 4, Article: The rivival of slavery before the hour (Site 14-17)
[3] Report of the Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights on the human rights situation in Iraq in the light of abuses committed by the so-called Islamic State in Iraq and the Levant and associated groups, Published on March, 19th 2015
[4] Human Right Watch Report on Iraq: ISIS Escapees Describe Systematic Rape; Published on April 15, 2015
[5] UN Commission of Inquiry on Syria: ISIS is committing genocide against the Yazidis; 15th June 2016