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ZÊD: Gedenktag von Shingal 03.08.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,
am 03.08.2017 jährt sich der Überfall der Terrormiliz “Islamischer Staat” auf die ethnischen und religiösen Minderheiten im Norden des Irak zum dritten Mal. Besonders betroffen waren und sind nach wie vor die Êzîden, die Angehörigen einer jahrtausendalten Religion. Viele tausende Menschen wurden noch am Tag des Überfalls ermordet, mindestens 3500 Frauen und Mädchen in die Sklaverei verschleppt, wo sie den entsetzlichsten sexuellen und körperlichen Misshandlungen ausgesetzt waren und sind. Männliche Kinder und Jugendliche wurden zwangsislamisiert und gezwungen, gegen ihr eigenes Volk zu kämpfen.
Dagegen und für ein menschenwürdiges Leben der Flüchtlinge in den deutschen Asylunterkünften werden wir am Abend des 02.08.2017 ab 20:00 Uhr eine Mahnwache am Brandenburger Tor im Herzen der deutschen Hauptstadt abhalten. Und am 03.08.2017 werden wir ab 13:00 Uhr eine Gedenkkundgebung auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor durchführen. Dazu erwarten wir zwischen 1000 und 1500 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland. Organisiert werden beide Veranstaltungen unter dem Dach des am 29.01.2017 gegründeten ZÊD. Er spricht als Dachorganisation für den weitaus größten Teil der êzîdischen Vereine, Gruppierungen und Organisationen mit Sitz in Deutschland. Kompetente Gesprächspartner stehen für Sie zu beiden Terminen zur Verfügung. Sie sind herzlich eingeladen, über beide Ereignisse zu berichten.
Sollten Sie diesbezüglich Fragen haben, können Sie sich gerne an uns wenden.
Mit freundlichen Grüßen
ZÊD

ZÊD: Gedenktag in Berlin 03.08.2017

Der Völkermord an den Êzîden und anderen Minderheiten im Nordirak dauert immer noch an. Am 3. August werden es drei Jahre, dass der Islamische Staat seinen Ausrottungsfeldzug gegen die Êzîden begann. Noch immer befinden sich mehr als 3000 êzidische Frauen und Männer in den Händen der IS-Mörder.
Aus diesem Grund werden wir als Zentralrat der Êzîden in Deutschland am 2. und 3. August in Berlin unserer Opfer gedenken.
Dazu versammeln wir uns zu einer Mahnwache am 2. August ab 20:00 Uhr auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor.
Am 3. August folgt dann unsere Gedenkkundgebung ab 13:00 Uhr. Die Kundgebung selbst beginnt um 14:00 Uhr und endet um 16:00 Uhr.
Wir laden euch alle ein, mit uns den Opfern des Şingal-Genozids zu gedenken.

Solidarische Grüße
ZÊD- Vorstand

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Gemeinsame Veranstaltung der AG „Trostfrauen“ des Korea Verbands und des Vereins Eziden Weltweit e.V.

Sie haben sich nie gesehen, aber der Zuschauer spürte sofort die Verbundenheit der beiden Frauen, die ein Schicksal teilen. Das eine Verbrechen passierte vor 70 Jahren in Korea, das andere 2014 in Shingal. Heute kämpfen beide Frauen dafür, dass körperlicher und sexueller Missbrauch in Kriegsgebieten öffentlich gemacht wird und den betroffenen Frauen geholfen werden kann.Gil Won-ok und Marwa al-Aliko trafen am 28.05.2017 zum ersten Mal aufeinander – die eine 91jährig und die zweite 24 Jahre alt. Ein Leben vollendet sich und das andere steht noch ganz am Anfang.

Gil Won-ok wurde als 13jähriges Mädchen unter falschen Versprechungen von zu Hause weggelockt und als sogenannte Trostfrau zur Prostitution für die Soldaten der japanischen kaiserlichen Armee gezwungen.

Marwa al-Aliko fiel den Terroristen des „Islamischen Staates“ am 03.08.2014 in die Hände.

Beiden Frauen gemeinsam ist, dass sie die Stärke und den Mut aufbringen, vor der Weltöffentlichkeit über ihr Martyrium Zeugnis abzulegen.

Ein Martyrium, dessen bloße Schilderung fast allen Zuhörern Tränen der Wut und des Zorns in die Augen trieb. Manches hätte man lieber nie gehört.

Jenseits aller scheußlichen Details war beiden Frauen anzumerken, dass ihre inneren Wunden nie zur Gänze geheilt werden können.

Marwa al-Aliko möchte sich ausdrücklich bei allen am Zustandekommen des Treffens Beteiligten bedanken. Sie verspricht, in ihrem Kampf um die Aufklärung der Verbrechen und dem Fordern nach Ergreifung und Bestrafung der Täter nie nachzulassen und den Stummen und den Verstummten ihre Stimme zu leihen.

Unser besonderer Dank gilt dem Moderator der Veranstaltung, Izi Aharon vom Online-Portal haOlam.de.

Der Tagesspiegel aus Berlin bringt in Kürze ein großes Doppelinterview mit beiden Frauen. Sie werden es hier lesen können.

Eine erste Stimme aus Korea:

http://m.yna.co.kr/kr/contents/?cid=AKR20170529001300082&sns

Zentralrat der Êzîden in Deutschland: Neujahrsfest der Êzîden

Neujahrsfest der Êzîden

Die Êzîden feiern jedes Jahr zum 1. Mittwoch im April (14. April entspricht dem 1. April, nach êzîdischer Zeitrechnung) das Neujahrsfest. An diesem Tag trafen die ersten Sonnenstrahlen die Erde und alles Leben begann. Gleichzeitig ist es auch der Frühlingsbeginn bei den Êzîden. Die êzîdischen Vereine in Deutschland zelebrieren dieses Fest gemeinsam in ihren Gemeindehäusern von Mittwoch bis Sonntag.

Der Vorsitzende des ZÊD Dr. Irfan Ortac wird das Fest gemeinsam mit den êzîdischen Gemeinden verbringen, unter anderem

• Mittwoch, den 19.04.2017 in Bonn im Bürgerhaus Spich, Waldstr. 35, 53843 Troisdorf, ab

16:00 uhr

• Freitag, 21.04.2017 in Lollar, Justus-Kilian-Str. 25, 35457 Lollar, ab 17:00 Uhr

• Samstag, 22.04.2017 in Bochum, Alte Wittener Str. 13, 44803 Bochum, ab 13:00 Uhr

• Sonntag, 23.04.2017 in Hannover, Aria Saal, Bauweg 14, 30453 Hannover, ab 14:00 Uhr

 

Zentralrat der Êzîden in Deutschland

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Statement by Nareen Shammo: Ezidi asylum applications

Germany denies over 500 asylum applications of Yazidi genocide survivors 



BERLIN, 13. March 2017 – Over 500 applications of Yazidis, internally displaced in northern Iraq, have been rejected by the Federal Office for Migration and Refugees (BAMF). Those seeking asylum as survivors of genocide perpetrated by the so-called Islamic State of Iraq and Al-Sham (ISIS), and recognised by the United Nations.

As has been widely reported, the Yazidi community of Sinjar came under attack by ISIS on 3 August 2014. Adherents of one of the world’s oldest Nation and religions, the Yazidis are reviled by ISIS as “infidels” and “devil-worshippers”. The terrorist group does not accept the Yazidis’ right to exist. As ISIS advanced into the Sinjar region of northern Iraq, many Yazidis fled, and now live in camps. Thousands, however, were encircled and captured.

In a report, “They came to destroy: ISIS Crimes Against the Yazidis”, released on 16 June 2016, the UN Commission of Inquiry on the Syrian Arab Republic determined that ISIL has committed the crime of genocide as well as multiple crimes against humanity and war crimes against the Yazidis. The crimes against the Yazidis are ongoing, with over 3500 women and children are still held by ISIS and subjected to almost-unimaginable violence. Yazidi women and girls continue to be sexually enslaved and Yazidi boys, indoctrinated, trained and used in hostilities. Thousands of Yazidi men and boys remain missing.

For Yazidis who escaped into the Kurdish regions of Iraq, they face continuing discrimination and threats as a result of their religious beliefs and thier Nation, and in some cases their opposition to the ruling Kurdish Democratic Party which heads the regional Government. Yazidis face arbitrary arrest by the Kurdish security forces. Yazidi girls are at risk of being forcibly married by Kurdish and Arab men, a ceremony which forcibly converts them to Islam. Reports of forced conversions and forced marriages have prompted no response from the Kurdish Regional Government. Historically persecuted, Yazidis continue to be harassed in the streets, refused services, and their children insulted in schools, all as a result of profound misunderstanding of Yazidism. While Yazidis are not safe in the Kurdish region of Iraq, it is not possible for the Yazidis to return to their homeland of Sinjar due to the security situation, and because ISIS still holds a substantial part of the territory.

Similarly Yazidis who have sought refuge in Europe have faced similar persecution. In refugee camps in Greece, so great was the harassment faced by Yazidi refugee that they had to be relocated to a camp of their own in northern Greece. In asylum interviews, Yazidis struggled with translators who did not speak their Kurmanji dialect. In some cases, translators exhibited widely accepted prejudices against Yazidis, adversely affecting the accuracy of the interview.

In its report recommendations, the UN Commission of Inquiry on the Syrian Arab Republic advised the international community to “[a]ccelerate the asylum applications of Yazidi victims of genocide”. The Federal Office for Migration and Refugees and the German Government are urged to review its decision to deny asylum to Yazidi victims. Germany and all relevant members of the international community are also urged to re-assess the continued persecution and dangers faced by Yazidis in northern Iraq, and to ensure that asylum interviews do not use translators speaking another dialect and/or who are prejudiced against adherents of Yazidism.

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For further information: 

Ms. Nareen Shammo, 

Investigative Journalist & Minorities Rights Activist

Email: shammonareen@gmail.com

Zentralrat der Êzîden in Deutschland: Pressemitteilung: Innerkurdische Auseinandersetzung in Khanasor (Shingal)

Dies ist eine offizielle Pressemitteilung des Zentralrats der Eziden in Deutschland zur aktuellen Situation im Nordirak.

Zentralrat der Êzîden
-Pressemitteilung- 

Innerkurdische Konflikte werden auf Rücken von Eziden ausgetragen

Seit Jahren findet zwischen der PKK und der PdK ein innerkurdischer Konflikt statt. Dieser Konflikt wurde teilweise mit Waffengewalt ausgetragen.

Obwohl beide Seiten seit August 2014 Schulter-an-Schulter in Kirkuk, Xanakin oder Maxmur gegen den IS kämpfen und augenscheinlich keine Konflikte haben, bedrohen sie sich gegenseitig seit Monat in Shingal. Hier entsteht der Eindruck, dass es den beiden Parteien um die Einflussnahme und Regionale Macht im Sielungsgebiet der Eziden geht.

Die verbalen Drohungen haben sich leider heute realisiert. Heute Morgen kam es in Khanasor zu Zusammenstößen zwischen der PKK und der PdK: Nach unbestätigten Informationen sei auf beiden Seiten zu Verlusten gekommen. 

Allerdings sind die größten Leidtragenden des Konflikts wieder die Ezidische Zivilbevölkerung.

Die PdK fordert seit Monaten von der PKK, mit der Begründung, sie seien keine Iraker, die Region zu verlassen. Die PKK dagegen weigert sich mit der Begründung, sie habe die Eziden am 03.08.2014 gerettet und leiste Ihnen weiterhin Schutz. Beide Seiten nutzen das Leid der Eziden zu Ihren Gunsten aus, um politisch noch mehr Macht zu erlangen. Hier wird mit allen Mitteln versucht die Rückkehr der Eziden nach Shingal zu verhindern. Damit sollen die Eziden daran gehindert werden, ihre Selbstverwaltung selber in die Hand nehmen und immer unter dem Druck der beiden politischen Vereinigungen stehen.

Nach unseren Informationen habe die PdK gestern versucht 500 Rojava Peshmerga, eine Einheit aus syrischen Flüchtlingen in Khanasor zu stationieren. Sie seien gegenüber der YBS Kämpfern sehr aggressiv aufgetreten.

Wir fordern beide Seiten auf, ihren scheinheiligen Konflikt und ihre Machtkämpfe nicht auf den Rücken der Eziden auszutragen. Scheinheilig deswegen, weil sie anderswo sehr wohl bewiesen haben, dass sie gemeinsam und konfliktfrei gegen den IS kämpfen können, wenn es politisch gwolt ist. 

Wir fordern auch alle kurdischen Organisationen auf, beide Seiten zu verurteilen und nicht zuzulassen, dass die Eziden noch einmal Opfer werden. Schutz der Eziden fängt damit an, dass man ohne Eigeninteresse sie beschützt.

Wir appellieren an alle Eziden, sich nicht zum Spielball des innerkurdischen Konflikts zu machen. Eziden dürfen niemals auf Eziden schießen. Die ezidischen Funktionäre der beiden Konfliktparteien, die sich an diesem Konflikt beteiligen, tun dies im Namen ihrer Partei und nicht als Vertreter der Eziden. Wenn sie die Interessen der Eziden vertreten wollen, dann müssen sie klar und deutlich für die Rechte der Eziden einstehen und nicht nur Lippenbekenntnisse machen. Wir bitten die freie Welt schnell zu intervenieren, damit die Konfliktspirale schon zu Beginn unterbunden wird. Sollte der Konflikt andauern, wird ein Wiederaufbau unmöglich werden. Eine Rückkehr der Eziden in die Region Shingal wird dadurch nicht gelingen. 

Zum Schluss sollen uns die Fragen erlaubt sein: wollen kurdische Parteien nicht, dass die Eziden wieder in Shingal friedlich leben? 

Will man bewusst ein Konflikt provozieren, damit die Flüchtlinge nicht zurückkehren? 

Was sind die wahren Absichten dieses Konfliktes? 

Warum findet der Konflikt in Shingal und nicht anderswo statt?

Staufenberg, 03. März 2017